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    Das Coronavirus breitet sich aus – und entsprechende Vorkehrungen werden weltweit getroffen. Von Einreiseverboten über Schulschließungen bis hin zu Home Office Verordnungen für alle Angestellten: es gibt verschiedenste Maßnahmen, die auch vermeintlich Nicht-Infizierte betreffen. Was passiert, wenn ein Angestellter als Verdachtsfall oder Infizierter tatsächlich in Quarantäne muss und mit welchen Auswirkungen ist zu rechnen?

    Was ist der Unterschied zwischen Quarantäne und Arbeitsunfähigkeit?

    Bei Krankheit, egal ob wegen einer Corona-Infektion oder aufgrund einer anderen Ursache, muss der Arbeitnehmer ab drei Tagen Abwesenheit eine Arbeitsunfähigkeit-Bescheinigung des Arztes vorlegen. Die Entgeltfortzahlung erfolgt regulär durch den Arbeitgeber.

    Wenn der Arbeitnehmer sich nicht krank fühlt, aber dennoch aufgrund von Corona Zuhause bleiben möchte, ist dies nicht ganz so einfach möglich. Eine Option ist hier das Arbeiten im Home Office, insofern Sie als Arbeitgeber die Möglichkeit dazu bieten.

    Eine Quarantäne hingegen wird durch das Gesundheitsamt verhängt, wenn der Verdacht auf Infektion besteht. Dies kann beispielsweise nach Kontakt zu einem Infizierten oder Corona-Verdächtigen der Fall sein. Bei einer behördlich angeordneten Quarantäne, auch im Verdachtsfall, darf der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit kommen, selbst wenn er sich gesund fühlt. Wenn es allerdings möglich ist, die Arbeit auch von der Quarantäne aus auszuführen, muss der Arbeitnehmer seiner Arbeit nachkommen. Das ist zumindest so lange der Fall, bis der Betroffene tatsächlich krank ist und der Virus ausbricht.

    Unabhängig davon, ob die Quarantäne im Krankenhaus oder Zuhause verhängt wurde, darf die Person diesen Ort nicht verlassen.

    Quarantäne und die Entgeltfortzahlung

    Bei Symptomen

    Bei behördlich angeordneter Quarantäne, ebenso wie bei einer regulären oder durch Corona verursachten Arbeitsunfähigkeit, wird in der Regel das Entgelt für max. 6 Wochen vom Arbeitgeber weitergezahlt. Der AG leistet Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall bis 6 Wochen (und bekommt sie bei Vorliegen der Voraussetzungen der Umlage 1 von der Krankenkasse erstattet).

    Im Verdachtsfall

    Sollte die Quarantäne für den Verdachtsfall verhängt worden sein und eigene Symptome Ihres Arbeitnehmers ausbleiben, ist der Arbeitgeber ebenfalls zur Fortzahlung des Entgeltes verpflichtet (§616 BGB).

    Arbeitsunfähigkeit und das Infektionsschutzgesetz

    Es gibt allerdings eine Sonderregelung:

    Sollte im Arbeits- oder Tarifvertrag der §616 BGB (und damit die Entgeltfortzahlungs-Verpflichtung) ausgeschlossen sein, erhält der Arbeitnehmer Leistungen nach dem Infektionsschutzgesetz (§§ 56 und 57).

    Der Arbeitgeber ist hier die Auszahlungsstelle und bekommt diesen Betrag nach Antrag (zzgl. der SV-Abgaben) vom zuständigen Gesundheitsamt erstattet. Der entsprechende Antrag muss monatlich für jeden Arbeitnehmer händisch gestellt werden und variiert in seiner Form von Bundesland zu Bundesland.

    Dem Arbeitnehmer wird das ausgefallene Netto-Entgelt als Entschädigung gezahlt. Diese Leistungen sind steuerfrei, aber es sind Beiträge, einschließlich der Arbeitnehmer-Beiträge, zur KV, PV und RV zu 100% vom AG zu entrichten. Die Bemessungsgrundlage für die Beiträge zur KV, PV und RV ist das ausgefallene Brutto-Arbeitsentgelt.

    Die Leistungen nach dem IfSG sind auf der Lohnabrechnung (und auf der Lohnsteuerbescheinigung) separat auszuweisen, die SV-Tage sind zu reduzieren.

    Kind von Quarantäne betroffen: was sind die Regelungen?

    Sollte das Kind eines Angestellten sich in Quarantäne befinden oder tatsächlich an Corona erkrankt sein, muss die gesamte Familie Zuhause bleiben. Quarantäne gilt demnach für alle Personen, die in einer häuslichen Gemeinschaft wohnen. Somit gelten die generellen Regelungen für Quarantäne.

    Sollten die Schulen und KiTas schließen, wie es momentan auch in Deutschland der Fall ist bzw. sein wird, gilt dieselbe Regelung, wie bei einer “regulären” Krankheit des Kindes (ohne Quarantäne): die Erziehungsberechtigten dürfen in der Regel eine begrenzte Zeit Zuhause bleiben, das Entgelt wird fortgezahlt. Allerdings nur so lange, bis sie eine geeignete Betreuung gefunden haben, in der Regel fünf Tage.

    ⚠️ Hierbei ist zu beachten, dass der Arbeitgeber nicht zu einer Entgeltfortzahlung verpflichtet ist. Hier kommt es darauf an, was in den Arbeitsverträgen vermerkt ist.

    Update Anfang April 2020

    Im Zuge einer Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) wurde eine Regelung eingeführt, die für Eltern wichtig ist, die aufgrund der Schließung der KiTa, des KiGa, der Schule oder anderer Einrichtungen zur Betreuung von Kindern unbezahlten Urlaub nehmen mussten und dadurch Entgelteinbußen hinnehmen mussten.Die neuen Absätze 1a und 2 des §56 IfSG regeln, dass oben genannte Eltern eine Entschädigung in Höhe von 67% des ausgefallenen Nettoentgelts durch den Arbeitgeber erhalten, wenn für das Kind bis zum Alter von 12 Jahren keine anderen zumutbaren Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

    Einen Haken hat die Gesetzesänderung jedoch: Die Entschädigung wird für maximal 6 Wochen und maximal 2.016 Euro pro Monat gewährt.

    💡Der Arbeitgeber hat die Entschädigung auszuzahlen, er muss dafür auch Beiträge zur Sozialversicherung entrichten, bekommt jedoch sowohl die Entschädigung, als auch die Beiträge zur Sozialversicherung auf Antrag erstattet.

    Wichtig: Dieser Paragraf gilt auch für Selbständige und Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH!

    Wie vermerke ich, dass mein Mitarbeiter unter Quarantäne steht?

    Da es sich um einen Sonderfall von Abwesenheit handelt, muss dieser auch entsprechend auf der Lohnabrechnung vermerkt werden. Hier kommt es wiederum darauf an, ob der Arbeitnehmer unter Quarantäne steht und trotzdem aus dem Home Office arbeitet oder ob er arbeitsunfähig ist.

    Da bei der Abwesenheitsart Quarantäne eine Erstattung vom Gesundheitsamt möglich ist, ändern sich unter anderem die Beiträge zur KV, PV und RV, da diese vorerst zu 100 % vom Arbeitgeber getragen werden. Diese Leistungen werden in der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitnehmers dann separat ausgewiesen.

    Quarantäne und PayFit

    Unsere eigene Programmiersprache JetLang erlaubt es uns, flexibel auf Gesetzesänderungen und aktuelle Ereignisse zu reagieren.

    So ist die Abwesenheit Quarantäne bereits in der PayFit-App auswählbar. Wie Sie eine Quarantäne für einen Mitarbeiter aus dem Admin-Bereich anlegen, erklärt unser Help Center Artikel.

    Die Aufzeichnung unseres Webinars, in dem wir wichtige Informationen rund um die Auswirkungen von Corona auf die Arbeitswelt für Sie zusammengefasst haben, finden Sie hier.

    Charlotte Block

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