Neue Umlagen für U1 und U2: Das gilt jetzt für Arbeitgeber mit Minijobbern

Aktualisiert am

Zum 1. Oktober 2020 haben sich für Arbeitgeber mit Minijobbern die Umlagesätze der Arbeitgeberversicherung erhöht. Die Umlage 1 steigt auf 1,0 Prozent (zuvor 0,9 Prozent) und die Umlage 2 beträgt künftig 0,39 Prozent (zuvor 0,19 Prozent). 

Die Konsequenz: ein Anstieg der Lohnnebenkosten für alle Arbeitgeber, die Minijobber abrechnen.

Was sind Umlagen?

Die Umlage U1 ist für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (U1) zuständig, während die Umlage U2 für Aufwendungen bei Mutterschaft (U2) gedacht ist.

Umlage U1

Sollten Minijobber infolge von unverschuldeter Krankheit oder einer medizinischen Vorsorge- bzw. Rehabilitationsmaßnahme ausfallen, sind Arbeitgeber verpflichtet, das Arbeitsentgelt für mindestens sechs Wochen in ungeminderter Höhe fortzuzahlen. Auf Arbeitgeber könnten dadurch erhebliche finanzielle Belastungen zukommen.

Das verhindert die Umlage U1: Arbeitgeber, die Minjobber beschäftigen, sind durch die Zahlung von Umlagen gegen diese finanziellen Risiken bei der Arbeitgeberversicherung der Knappschaft abgesichert. Das Umlageverfahren bei Krankheit (U1) wurde somit hervorgerufen, um gerade kleineren und mittleren Betrieben zu helfen. So können bei krankheitsbedingten Ausfall eines Minijobbers auf Antrag 80 % der Aufwendungen für die Lohnfortzahlung erstatten werden. Die U1-Umlage ist lediglich für Unternehmen mit bis zu 30 Arbeitnehmern Pflicht.

Beispiel

Minijobber Müller verdient monatlich 450 Euro.

Umlagesatz U1 bis 30.9.2020:

450 Euro x 0,9 % = 4,05 Euro

Umlagesatz U1 ab 1.10.2020:

450 Euro x 1,0 % = 4,50 Euro

Umlage U2

Im Falle einer Schwangerschaft und Mutterschaft haben Minijobber einen Anspruch auf Fortzahlung des Verdienstes durch den Arbeitgeber. Durch das Umlageverfahren U2 können Arbeitgeber gegen hohen Kosten abgesichert werden. Die Teilnahme am U2-Verfahren ist für alle Arbeitgeber verpflichtend – unabhängig von der Betriebsgröße. Arbeitgeber bekommen den fortgezahlten Lohn zu 100 Prozent erstattet. Lediglich einmalig gezahltes Arbeitsentgelt kann nicht berücksichtigt werden.

Änderungen für den Abrechnungsmonat Oktober 2020

Die geänderten Umlagesätze sind erstmalig bei der Beitragsabrechnung für den Monat Oktober 2020 zu berücksichtigen. Die neuen Umlagebeträge müssen im Beitragsnachweis für diesen Monat ausgewiesen werden.

Die Änderungen zu den Umlagen werden natürlich in der PayFit-Software für den Oktober 2020 berücksichtigt.

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