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Um das Thema Corona kommt momentan niemand herum. Und der Virus verschont natürlich auch die Arbeitswelt nicht: viele Unternehmen müssen aufgrund der kritischen (Auftrags-)Lage über Kurzarbeit nachdenken. Das merkt die Regierung und lockert die Bestimmungen.

Branchen, die durch die Verbreitung aber auch durch Eindämmungsmaßnahmen des Corona-Virus besonders betroffen sind, sind beispielsweise die Tourismusbranche inklusive Verkehrsträger, die Gastronomie- und Beherbergungsbranche sowie die Veranstaltungsbranche.

Erste Auswirkungen sind auch für die Endverbraucher schon direkt sichtbar: die Auslastung der Flüge geht drastisch zurück, zudem werden deutlich weniger Reisen gebucht oder auch häufig storniert. Großveranstaltungen werden abgesagt und auch der Einzelhandel kämpft mit vermehrten Unterbrechungen der Lieferketten.

Inhaltsverzeichnis

    Wir haben zusammengefasst, was Sie als Arbeitgeber nun beachten müssen und wie Sie Kurzarbeitergeld beantragen können.

    Kurzarbeit: was ist das?

    Allgemein kommt es im Rahmen von konjunkturellen Schwankungen immer wieder vor, dass Arbeitsplätze wegfallen. Um dies zu vermeiden, kann der Arbeitgeber bei Auftragseinbrüchen Kurzarbeit anordnen.

    Hierbei wird die Arbeitszeit bei einem Betriebsteil oder auch im gesamten Betrieb reduziert. Um den Lohnausfall zu kompensieren, zahlt der Arbeitgeber dann sogenanntes Kurzarbeitergeld für die ausgefallenen Stunden an die Arbeitnehmer aus. Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag von der Agentur für Arbeit erstattet. So übernimmt der Staat in Form der Agentur für Arbeit einen Teil der Lohnkosten. Diese Regelung gilt für Löhne sowie Gehälter.

    Wen betrifft Kurzarbeit und wer kann es beantragen?

    Grundsätzlich kann jeder Arbeitgeber Kurzarbeit anordnen, der aufgrund konjunktureller Ereignisse weniger Arbeit hat. Es gibt allerdings auch Einschränkungen, die von der Agentur für Arbeit geprüft werden.

    Laut der Zeit lässt die Bundesagentur momentan analysieren, wie viele Firmen wegen der teilweise erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit aufgrund von Corona in Deutschland betroffen sind.

    Kurzarbeit: was sind die neuen Regelungen?

    Bundesminister Hubertus Heil sorgte dafür, dass die Hürden für die Beantragung von Kurzarbeitergeld gesenkt werden. So gilt bereits rückwirkend ab dem 01.03.2020 folgendes:

    - Es kann bereits Kurzarbeitgergeld beantragt werden, wenn mehr als 10% der Belegschaft aufgrund von wirtschaftlichen Gründen (wie beispielsweise Lieferengpässen oder Auftragseinbrüchen) die Arbeitszeit verringern müssen und mindestens 10% ihres Bruttogehalts "einbüßen".

    - Es werden, anders als bisher, die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, die auf das Kurzarbeitergeld fällig werden, von der Agentur für Arbeit erstattet.

    - Es wird auf den Aufbau von negativen Arbeitszeitsalden verzichtet. Die Guthabenstunden und Vorjahres-Urlaubstage müssen wie bisher vorrangig eingesetzt werden.

    Die Verordnungen selbst werden vorerst bis Ende 2020 befristet.

    Update 30. April: Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

    COVID-19 hat viele Unternehmen dazu gezwungen, Sparmaßnahmen zu ergreifen. Bislang haben circa 700.000 Unternehmen in Deutschland Kurzarbeit beantragt, 10,1 Millionen Arbeitnehmer sind davon betroffen - mehr als je zuvor.

    Um die Lohneinbußen durch den geringeren Arbeitsumfang zu mildern hat die Koalition eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes (KUG) beschlossen. Anstatt der bislang nur 60% (67% für Unterhaltspflichtige) sollen fortan bis zu 87% Lohnausgleich möglich sein.

    Der neue Koalitionsbeschluss sieht vor, dass Arbeitnehmer, deren Arbeitszeit um 50% oder mehr verkürzt wurde, ab dem 4. Monat 70% (77% für Unterhaltspflichtige) und ab dem 7. Monat 80% (87% für Unterhaltspflichtige) Lohnausgleich seitens der Bundesagentur für Arbeit erhalten sollen. Diese Neuregelung gilt bis 31.12.2020.

    Welche Auswirkungen hat Kurzarbeit auf die Lohnabrechnung?

    Das von der Bundesagentur für Arbeit gewährte Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Darum muss es auf der Lohnsteuerbescheinigung gesondert aufgeführt werden.

    Das Kurzarbeitergeld beträgt zunächst 60% (bei unterhaltsberechtigten Kindern 67%) des ausgefallenen Nettoentgelts. Der Arbeitgeber kann jedoch die Differenz zwischen Kurzarbeitergeld und dem ausgefallenen Nettoentgelt zusätzlich “erstatten”.

    Wie wird Arbeitsunfähigkeit in Verbindung mit Kurzarbeit geregelt?

    Sollte ein Mitarbeiter vor oder während des Bezuges von Kurzarbeitergeld erkranken und damit arbeitsunfähig werden (z.B. durch eine Infektion mit Covid-19), gelten besondere Regelungen.Unterscheiden müssen wir hier Arbeitsunfähigkeiten vor und während des Bezuges von Kurzarbeitergeld:

    Arbeitsunfähigkeit vor Bezug von Kurzarbeitergeld

    Solange noch ein Entgeltfortzahlungsanspruch für den Arbeitnehmer besteht, erhält dieser für die reduzierte Arbeitszeit eine Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.

    Für die ausgefallenen Arbeitsstunden erhält der Arbeitnehmer Krankengeld in Höhe des Kurzarbeitergeldes. Der Betrag wird durch den Arbeitgeber errechnet und ausgezahlt. Die Erstattung erfolgt anschließend nach Beantragung durch die zuständige Krankenkasse.

    Dies gilt für den gesetzlichen Zeitraum von maximal 6 Wochen (§3 EntgFG)

    Nach Ende der 6 Wochen erhält der Arbeitnehmer Krankengeld durch seine Krankenkasse.

    💡 Bitte beachten Sie: Kurzarbeitergeld wird weder bei Angestellten im Mutterschutz, noch bei Angestellten in Elternzeit berücksichtigt. Es wird dann immer auf das vorherige Entgelt abgestellt.

    Arbeitsunfähigkeit während des Bezugs von Kurzarbeitergeld

    Solange noch ein Entgeltfortzahlungsanspruch für den Arbeitnehmer besteht, erhält dieser für die reduzierte Arbeitszeit eine Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Für die während der Arbeitsunfähigkeit ausgefallenen Stunden erhält der Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld.

    Wenn kein Entgeltfortzahlungsanspruch mehr besteht, erhält der Arbeitnehmer Krankengeld von der Krankenkasse. Für die Berechnung des Krankengeldes wird natürlich das volle Entgelt vor der Kurzarbeit zugrunde gelegt.

    Wie funktioniert die Beantragung von Kurzarbeit?

    Sollten Sie Kurzarbeit in Ihrem Unternehmen einführen, müssen Sie ein paar Dinge beachten. Hier ein Leitfaden für Arbeitgeber:

    - Sie müssen bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit eine sogenannte "Anzeige über Arbeitsausfall" erstellen.

    -> Diese ist die Grundlage für die Gewährung von Kurzarbeitergeld.

    - Im "positiven" Fall bekommen Sie die Bewilligung zu Kurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit übersandt.

    - Der Arbeitnehmer bekommt dann für die ausgefallenen Stunden 60% des Nettolohns (bei Unterhaltsberechtigten 67%) über die Lohnabrechnung erstattet.

    - Sie bekommen dieses Kurzarbeitergeld + die Sozialversicherungsabgaben dann monatlich im Nachhinein von der Agentur für Arbeit erstattet. Dazu ist dieser Antrag notwendig.

    Wie berücksichtigt PayFit die neuen Regelungen zur Kurzarbeit?

    Dank unserer eigenen Programmiersprache JetLang sind wir in der Lage, flexibel auf Gesetzesänderungen zu reagieren.

    Kunden von PayFit die Kurzarbeit abrechnen möchten, können dies einfach über die App tun. Das Vorgehen finden Sie hier.

    Der monatliche Antrag wird durch PayFit erstellt und Ihnen als Arbeitgeber übersandt. Sie müssen den Antrag dann nur noch bei der Agentur für Arbeit einreichen.

    Für alle aktuellen Informationen rund um die Maßnahmen bezüglich Corona besuchen Sie die Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit.

    Unser ausführliches Q&A zum Thema Kurzarbeit finden Sie hier.

    In unserem Webinar haben wir wichtige Informationen rund um die Auswirkungen von Corona auf die Arbeitswelt für Sie zusammengefasst. Außerdem wurden knapp 70 Fragen von unserem Lohnabrechnungsexperten Robin Schmidt beantwortet. Die Aufzeichnung finden Sie unter folgendem Link.

    Charlotte Block

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