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    Nun ist es so weit: die erste Angestellte in Ihrem Unternehmen ist schwanger. Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt um Ihr Wissen aufzufrischen und zu erweitern: Wie lange geht die Mutterschutzfrist? Wer zahlt das Mutterschaftsgeld? Welche Anträge müssen gestellt werden?

    Um als Arbeitgeber nicht völlig planlos dazustehen, wenn der Babybauch Ihrer Mitarbeiterin anfängt zu wachsen, haben wir hier die wichtigsten Fakten für Sie zusammengetragen.

    Welches Gehalt wird während der Mutterschutzfrist gezahlt?

    Die Mutterschutzfrist gilt sechs Wochen vor und acht Wochen nach Entbindung. Bei besonderen Geburten (z.B. Mehrlinge oder Frühgeburten) kann der Mutterschutz auf 12 Wochen nach der Geburt ausgedehnt werden. Sollte Ihre Angestellte bis zur Geburt arbeiten wollen oder schon zwei Wochen nach der Geburt wieder anfangen wollen, kann sie auch eine Kürzung der Mutterschutzfrist beantragen. Hierfür bräuchte sie ein ärztliches Attest.

    Während der Mutterschutzfrist bekommt die werdende Mutter das Mutterschaftsgeld von ihrer Krankenkasse in Höhe von 13 € pro Kalendertag ausgezahlt. Auf diesen Betrag fallen keine Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern an. Die Differenz zum normalen Nettoentgelt muss vom Arbeitgeber übernommen werden, kann jedoch aufgrund der Umlage U2 von der Krankenkasse rückerstattet werden. Unser Tipp: Stellen Sie hierfür einen Antrag auf Erstattung und mildern Sie dadurch die finanzielle Belastung Ihres Unternehmens.

    Wie viel dürfen Schwangere arbeiten?

    Neben der eben erwähnten Zahlung des Zuschusses zum Mutterschaftsgeld kommen noch andere Pflichten auf Sie zu: Für Untersuchungen und zum Stillen müssen Sie die Arbeitnehmerin freistellen. Während dieser Freistellung wird das Entgelt fortgezahlt. Zu beachten ist, dass Schwangere oder Stillende Frauen täglich nicht mehr als 8,5 Stunden arbeiten dürfen. Der Urlaubsanspruch bleibt normal bestehen während der Mutterschutzfrist.

    Allgemein bekannt (und trotzdem nennenswert) ist, dass seitens des Arbeitgebers ein Kündigungsverbot während der Schwangerschaft und bis zu vier Monate nach der Entbindung besteht. Die gleiche Frist gilt ebenfalls für Fehlgeburten, die nach der 12. Schwangerschaftswoche eintreten.

    Wann ist ein Beschäftigungsverbot von Nöten?

    Unser Tipp: Suchen Sie frühzeitig das Gespräch mit Ihrer Arbeitnehmerin, um gemeinsam zu schauen, wie sich die Arbeitsumgebung und die Schwangerschaft vereinbaren lassen. 🤰Suchen Sie gegebenenfalls gemeinsam nach Lösungen, wenn dies nicht der Fall sein sollte. Übt die Angestellte beispielsweise eine stehende Tätigkeit aus (z.B. Fließbandarbeit), können Sie sich zusammen eine alternative Tätigkeit im Unternehmen überlegen, die Ihre Angestellte im Sitzen ausführen kann. Sollte sich im Unternehmen keine Alternative finden und/oder die Gefahr bestehen, dass sie mit gefährlichen Materialien in Berührung kommen könnte, muss ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden, um die Mutter und das Kind keinen unnötigen Belastungen auszusetzen und sie bestmöglich zu schützen.

    Weitere Pflichten des Arbeitgebers

    Sobald die Arbeitnehmerin Ihnen die Schwangerschaft mündlich mitgeteilt hat, müssen Sie dies beim Amt für Arbeitsschutz melden. Eine weitere Meldung an die Krankenkasse bzgl. der Abwesenheit der Arbeitnehmerin während der Mutterschutzfrist ist auch zu tätigen. Zu empfehlen ist, dass Sie der Schwangeren das Mutterschutzgesetz aushändigen, digital zugänglich machen oder sogar in der Firma an einem Infoboard aushängen. Sobald Sie drei weibliche Mitarbeiterinnen permanent beschäftigen, ist dies sogar Ihre gesetzliche Pflicht. Hier finden Sie das Mutterschutzgesetzt zum Nachlesen.

    Die Schwangerschaftsvertretung

    Besprechen Sie mit der werdenden Mutter, wann der letzte Arbeitstag sein wird, wie sie in der Abwesenheitszeit vertreten werden kann und wie es sich mit der Rückkehr ins Unternehmen verhält. Fragen Sie Ihre Arbeitnehmerin außerdem, ob sie plant nach Ablauf der Mutterschutzfrist in Elternzeit zu gehen und klären Sie sie auf, dass die Abgabefrist des Antrags sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit endet. 🗓

    Checkliste für Arbeitgeber

    Die wichtigsten Fakten haben wir für Sie noch einmal in einer Liste zusammengefasst und nach Zuständigkeiten aufgegliedert: Sollten Sie nämlich PayFit-Kunde sein, nehmen wir Ihnen einige lästige Schritte ab. 😌

    Checkliste Mutterschutz Arbeitgeber

    Checkliste Mutterschutz Arbeitgeber

    Carina Schumacher Autorin bei PayFit

    Carina Schumacher

    Content Manager

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